Ginseng – Belebt den Körper und aktiviert den Geist

Ginseng Wurzeln

Die Ginseng Wurzeln, Manfred Schütze / pixelio.de

Ginseng ist ein bekanntes Heilkraut, das vor allem in Wäldern und Gebirgsregionen vorkommt. Beheimatet ist es hauptsächlich im nordöstlichen China, in Korea und Sibirien. Für die medizinischen Erzeugnisse werden die Wurzeln verwendet, zu deren Gewinnung weltweit Kulturen angebaut werden; inzwischen auch in Mitteleuropa.

Seine medizinische Wirksamkeit von Giseng wurde schon vor Jahrtausenden entdeckt, und vor allem in der traditionellen koreanischen und chinesischen Medizin genutzt. Im Jahr 40 v.Chr. gibt es erste schriftliche Erwähnungen dazu. Vor allem in Asien ist die Ginsengwurzel ein Symbol für Kraft, Gesundheit und langes Leben. Daraus entstand auch der hohe Wert des Ginsengs, der zeitweise größer als Gold war.

Seit dem 17. Jahrhundert kommt Ginseng auch in Europa zum Einsatz. Niederländische Seeleute waren es, die für die Verbreitung in unsere Gegend verantwortlich waren. Die Schulmedizin stellte im Laufe des 20. Jahrhunderts in verschiedenen Studien die nachweisliche Wirksamkeit fest, und erkannte Ginseng fortan als Heilpflanze an.

Nennenswert sind die unterschiedlichen Ginseng-Arten:

  1. Koreanischen Ginseng
  2. Amerikanischen Ginseng
  3. Chinesischen Ginseng
  4. Japanischen Ginseng
  5. Sibirischen Ginseng

Der koreanische Ginseng hat die meisten Ginsenoside und wirkt sich positiv auf den Stoffwechsel, das Nervensystem und die Hormone aus. Außer dem koreanischen Ginseng wird auch der japanische Ginseng zu Heilzwecken angewendet. Allerdings wirkt er anders als der koreanische Ginseng und hat auch nur acht Ginsenoside. Wir beziehen uns hier hauptsächlich auf den koreanischen Ginseng.


Die Inhaltsstoffe von Ginseng

Ginseng hat eine Vielzahl verschiedener Inhaltsstoffe, von denen der wichtigste die sogenannten Ginsenoside sind. Ginsenoside gehören zu den Saponinen und unterstützen die Abwehrkräfte des Körpers. Den Ginsenosiden hat der Ginseng seine entzündungshemmenden, krampflösenden und blutdrucksenkenden Eigenschaften zu verdanken.

Weitere Inhaltsstoffe sind ätherische Öle,  Peptidoglykane sowie Phytosterole. Außerdem sind FettsäurenAminosäuren und zahlreiche Mineralstoffe wie Selen, Eisen und Kalium sowie Magnesium und Kalzium enthalten. Hinzu kommen diverse Vitamine und Spurenelemente. In ihrer Gesamtheit sorgen all diese Stoffe für das gesundheitsfördernde Wirken von Ginseng.

Je größer und älter die Pflanze ist, desto höher ist die Konzentration der wertvollen Inhaltsstoffe. Interessant ist auch, dass die Konzentration der Wirkstoffe in den kleinen, äußeren Wurzeln stärker ist, als in der Hauptwurzel.


Wirkung von Ginseng

Dem Ginseng werden ganz unterschiedliche Wirkungen nachgesagt. Ginseng regt zum Beispiel die Gedächtnisleistung an und kann die Herz- und Nierenfunktion stärken. Zu sagen sei aber, dass der Ginseng nicht direkt gegen die Krankheiten wirkt, sondern vielmehr auf den menschlichen Körper, so dass dieser in der Lage ist, sich gegen eine Reihe von Krankheiten zu wehren.

Indem wir Ginseng oder Ginsengprodukte zu uns nehmen, werden die wertvollen Ginsenoside im Darm zu Stoffwechselprodukten umgewandelt, sodass wir diese über das Blut aufnehmen können. Dadurch wird vor allem das Abwehrsystem gestärkt. Auswirkungen machen sich allerdings auch auf das Nervensystem und das hormonelle System bemerkbar.

Die Wirkung des Ginsengs ist also indirekt. Von Bedeutung ist dies Wirkung bei den folgenden Krankheiten und Beschwerden:

  • Diabetes
  • Blutochdruck
  • Krebs
  • Leberleiden
  • Chronischer Müdigkeit
  • Stress
  • Arteriosklerose
  • Konzentrationsbeschwerden
  • Wechseljahren

Studien zu Ginseng

Eine der Studien, die zum Ginseng durchgeführt wurde, befasste sich mit der sportphysiologischen Fragestellung. Denn Ginseng kann die Sauerstoffaufnahme des Blutes verbessern (Studie von Dopinginfo).


Die Anwendungsgebiete des Ginseng

Ginseng Kapseln

Während einige Anwendungen aus der Erfahrung der TCM kommen, sind andere schulmedizinisch untersucht und belegt worden. Zu letzteren zählt, dass eine Stärkung der eigenen Körperabwehr erzielt werden kann, vor allem bei Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Wer unter nachlassender Konzentration und Leistungsfähigkeit leidet, kann mit Ginseng ebenfalls gute Erfolge erzielen. Die Erholung nach körperlichen Erkrankungen wird durch Ginseng ebenfalls begünstigt.

In der traditionellen chinesischen Medizin werden dem Ginseng seit jeher positive gesundheitliche Eigenschaften zugeschrieben. Bei einer regelmäßigen Einnahme von Ginseng geht man hier davon aus, dass es zu weniger Krebsneuerkrankungen kommt. Auch bei HIV-Patienten kann Ginseng helfen, da es das Immunsystem stärkt und unterstützt und der Körper so mehr Kraft für die eigene Körperabwehr bekommt.

Andere Forschungen belegen, dass vor allem bei älteren Menschen eine erhöhte Vitalität nach Krankheiten und Operationen erreicht werden kann, wenn diese regelmäßig zu Ginseng greifen. Der Stütz-und Bewegungsapparat wird gern mit Unterstützung von Ginseng therapiert sowie die männlichen Geschlechtsorgane. In manchen asiatischen Ländern gilt Ginseng sogar als „Wundermittel“ zur Potenzsteigerung, und wird dafür seit Jahrhunderten erfolgreich angewendet.

Ebenfalls der Wurzel zugeschrieben werden eine positive Wirkung auf die Gedächtnisfunktion und die Lunge sowie weitere Bereiche des Körpers. Hilfreich soll Ginseng sein bei Erkrankungen wie Diabetes Mellitus, Stress und Magen-Darm-Beschwerden. Allerdings können diese Wirkungen erst dann als belegt gelten, wenn weitere Studien durchgeführt wurden.

Bedeutung hat die Ginsengwurzel auch in Behandlung von psychischen Problemen wie Angstzuständen und anderen nervlichen Krankheiten. Da die Wurzeln insgesamt zu einer Stärkung von Körper und Nerven führt, ist man bei regelmäßiger Einnahme nachweislich weniger anfällig für derartige Erkrankungen.
Gute Erfolge werden bei Hautkrankheiten erzielt sowie bei der Unterstützung diverser Therapien, die den Blutzuckerspiegel senken sollen.

Ginseng bei Wechseljahrsbeschwerden

Irgendwann kommt jede Frau in die Phase der Wechseljahre. Die Umstellung von den fruchtbaren Jahren hin zu den unfruchtbaren, empfindet nicht unbedingt jede Frau als unangenehm. Manche Frauen nehmen diese Umstellung des Körpers kaum wahr, während andere Frauen diese Zeit als äußerst unangenehm empfinden und sehr unter den typischen Wechseljahrsbeschwerden leiden. Dazu gehören vor allem Müdigkeit, Hitzewallungen, Schlaflosigkeit, Depressionen und Kopfschmerzen. Um diese unangenehmen Symptome zu beseitigen, greifen viele Frauen zu einer Hormontherapie. So lassen sich zwar die ungeliebten Begleiterscheinungen der Wechseljahre eindämmen oder gar beseitigen, doch kann sich dadurch auch das Risiko einer Brustkrebserkrankung erhöhen.

Wer die Wechseljahrsbeschwerden lieber auf einer natürliche Art bekämpfen will, der ist mit einer Ginseng Therapie gut beraten. Am besten eignet sich dazu der koreanische weiße Ginseng. Diesen sollte man möglichst über mindestens drei Monate in Form von Kapseln zu sich nehmen. Die Dosierung sollte sich auf zwei Kapseln morgens und 2 Kapseln am Nachmittag belaufen. Die Wirkung sollte sich nach den ersten drei Monaten zeigten, so dass man nach den drei Monaten die Dosierung langsam reduzieren kann.

Ginseng bei Diabetes

Ginseng beeinflusst den Blutzuckerspiegel nachweislich. In Untersuchungen wurde bestätigt, dass koreanischer Ginseng den Blutzucker nach unten drückt. Bevor man also versucht, den Blutzuckerspiegel mit chemischen Medikamenten zu senken, sollte man lieber zu natürlichen Ginseng-Produkten greifen. Wer keinen frischen Ginseng mag, oder wer ihn im Supermarkt oder Biomarkt nicht findet, kann auch auf Ginseng Kapseln zurückgreifen.

Ginseng und der Blutdruck

Ginseng ist sowohl in der Lage den Blutdruck zu senken, als auch zu erhöhen. Wie der Ginseng wirkt, hängt von den körperlichen Bedürfnissen ab. Befindet sich der Körper in einer stressigen Phase, wirkt der Ginseng eher blutdrucksenkend. Ausgangspunkt müssen aber intakte Blutgefäße sein.

Zum Senken des Blutdrucks eignet sich der rote Ginseng am besten. Möchte man den Blutdruck dagegen erhöhen, so greift man besser zu weißem Ginseng.

Ginseng und Krebs

Neben der Schulmedizin beschäftigt sich auch die Naturheilkunde immer wieder mit der Frage: Wie kann man den Krebs besiegen? Eine erfolgsversprechende Antwort gibt es aber bis heute weder von der Schulmedizin, noch von der Naturheilkunde. Ein japanischer und ein koreanischer Wissenschaftler haben jedoch eine interessante Entdeckung gemacht, bei der Ginseng eine wichtige Rolle spielt.

Bei der Einnahme von Ginseng werden dessen Inhaltsstoffe (vor allem die Ginsenoside) im Darm vom Körper aufgenommen. Die Stoffe gelangen in die Leber und die Lymphe und weiter in die Krebszellen, um diese zu zerstören.

Bei Versuchen stellte sich heraus, dass Krebserkrankungen deutlich abnehmen, je länger man Ginseng zu sich nimmt. Zusätzlich muss aber auch die Ursache für den Krebs gefunden und bekämpft werden. Außerdem spielen noch viele weitere Begleitumstände eine wichtige Rolle, ob der Krebs dauerhaft und langfristig beseitigt werden kann. Ginseng ist also kein Wundermittel gegen Krebs, kann aber durchaus bei der Genesung helfen. Auch zur Vorbeugung eignet sich die regelmäßige Einnahme von Ginseng.

Ginseng und Stress

Menschen die unter Stress leiden sollten in erster Linie versuchen ihre Lebensgewohnheiten umzustellen, um den Stress zu reduzieren. Ist die aus beruflichen Gründen nicht möglich oder befindet man sich einfach nur in einer stressigen Phase, kann Ginseng schnell für Entspannung sorgen. Am besten trinkt man in stressigen Phasen regelmäßig Ginseng Tee. Diesen kann man entweder aus Ginseng Extrakt oder aus Ginseng Granulat zubereiten.

Zudem regt Ginseng die chemischen Prozesse an, die für die Energie im Gehirn verantwortlich sind. Außerdem werden die Immunzellen stimuliert. Auch Botenstoffe, die das Immunsystem anregen, werden unter der Einnahme vermehrt gebildet. Ohne dass eine Wirkung auf einen bestimmten Teil des Körpers im Besonderen nachweisbar wäre, so kann Ginseng doch eine gesamte Steigerung des Wohlbefindens, der Kraft und der Genesung nach Krankheiten beeinflussen. Es gilt heute als Allround-Mittel, um sich nach körperlichen oder seelischen Anstrengungen zu erholen und wieder gesund und frisch zu fühlen


Anwendungsarten von Ginseng

Ginseng Tee

Ginseng kann nicht nur als Heilmittel eingenommen werden, sondern auch als Nahrungsbestandteil in den täglichen Ernährungsplan eingebaut werden. Entsprechend gibt es inzwischen Suppen, Sirups und andere Getränke, die den Extrakt der Wurzel enthalten. Vor allem in ihrer asiatischen Heimat wird die Pflanze gern zum Kochen verwendet. Denn Ginseng kann nicht nur gekocht, sondern auch gebratenfrittiert und gedünstet werden. So gelangt Ginseng in Reisgerichte oder Suppen, Getränke und vieles mehr, und gehört dort häufig zum normalen Repertoire des Speiseplanes.

Sehr schmackhaft ist auch der Ginseng Tee. Diesen kann man sowohl in pulverisierter Form oder als Granulat kaufen, oder man stellt ihn, ähnlich wie Ingwertee, selbst her. Dazu braucht es eine Ginsengknolle (erhältlich im Biomarkt oder online), schneidet von dieser ein paar Scheiben ab und übergießt sie mit kochendem Wasser. Gesüßt werden kann der Tee nach Belieben mit Honig.

Obendrein wird Ginseng in einem Teil der Kosmetikproduktion verwendet, zum Beispiel bei der Herstellung bestimmter Cremes, Shampoos, Körperöle und mehr. Wer gern experimentiert, kann sich eine wirkungsvolle Creme selbst herstellen; die benötigten Zutaten findet man in Reformhäusern und Drogerien wie ätherische Öle und Jojobaöl, Wollwachsalkoholsalbe und Ähnliches.

Als Heilmittel und Heilpflanze wird Ginseng in verschiedenen Darreichungsformen angeboten. Das sind zum Beispiel Kapseln und getrocknete Wurzeln, aber auch Pulver, das in Wasser aufgelöst werden kann.